Botanischer Garten
2015-09-23 11:30:39 • Royal Botanic Garden, Sydney Opera House • weltenbummeln

Die Nacht endete heute gut ausgeschlafen bereits acht Uhr. Aufstehen wollte ich dennoch nicht, war dieses Bett doch so bequem und warm (zugegebenermaßen wäre jedes Bett eine Verbesserung zu den vorherigen Nächten im Flugzeug...). Dennoch rollte ich mich aus dem Bett und nach einer Dusche und Müsli zum Frühstück stürzten wir uns wieder auf Entdeckungstour in die Innenstadt von Sydney, die mit reichlich vier Millionen Einwohnern größte Stadt Australiens. Heute stand der Botanische Garten auf dem Programm. Das mag jetzt erstmal nach keinem tagesfüllenden Programmpunkt klingen, zum Akklimatisieren war es aber mehr als ausreichend.

Um zum Royal Botanic Garden zu gelangen nahmen wir wieder den Zug zum Circular Quay. Das ist allgemein der beste Weg in die Innenstadt: Am dortigen Bahnhof gibt es nämlich auch einen Zentralhalt für Busse aus dem gesamten Stadtgebiet und Ankerpunkt für die Fährrouten.

Am Circular Quay angekommen, begaben wir uns zu einer Fähre und fuhren in Richtung Botanischer Garten (wir hatten den Anleger am botanischen Garten schon gestern entdeckt, da er sich direkt an der Oper befindet). Die Fähre, ein Katamaran, legte langsam ab und wir erhaschten einen Blick auf die Skyline von Sydney. Während wir aus der Bucht von Sydney herausfuhren, backbords die Habour Bridge, steuerbords das Opernhaus, legten wir an Geschwindigkeit zu, der Katamaran und dessen Maschinen zeigten, was sie konnten und wir brausten an der Sydneyer Oper vorbei — und somit auch am Botanischen Garten. Unser Fehler fiel uns schnell auf. Naiverweise hatten wir angenommen, dass Garden Island etwas mit dem Botanischen Garten zu tun hat. Weit gefehlt. »Die Garteninsel«, mittlerweile mehr eine Halbinsel, ist militärisches Gebiet. Beherbergt aber einen Aussichtspunkt — und wie uns der Security Officer stolz mitteilte, »the only point where you can catch the Skyline, the Habour Bridge and the Opera House in one frame«, also der einzige Aussichtspunkt, an dem man die ganze Innenstadt, die markante Habour Bridge und die Oper auf ein Bild bekommt. Zu ihrem Namen kommt die Insel übrigens auf Grund ihrer ehemaligen Nutzung. Günstig und vor allem sicher vor der Bucht gelegen, diente die Insel als Gartenanlage zur Kultivierung von Nutzpflanzen für die Reisen der großen Segelschiffe aus der Entdeckerzeit. Heutzutage erinnert daran maximal noch eine Infotafel. Die Hälfte der Insel ist militärisches Sperrgebiet mit Werft, größtem australischen Militärhafen und Flottenstützpunkt.

Mit der nächsten Fähre ging es dann schon wieder zurück zum Circular Quay, um von dort aus — fußläufig — den Botanischen Garten zu erreichen. Dieser befindet sich idyllisch zwischen Ufer und Skyline von Sydney und umfasst ein Areal von reichlich dreißig Hektar, durchzogen von befestigten Wegen. Diese gilt es aber ausdrücklich zu verlassen. Viele Bänke, Bäume und Anlagen sind — ähnlich wie in den Royal Botanic Gardens Kew in London — nur über Rasen und gegebenenfalls Mulch zu erreichen. Die Sammlung des Gartens umfasst einheimische und eingeflogene Pflanzen, unter anderem Bambusse, Farne, Tulpen (ja, die blühten wirklich! Zur Erinnerung: Hier ist gerade Frühling) und Gummibäume. Und ich rede hier definitiv von Bäumen — Ich selbst schaffe es ja nicht mal einen dieser Art in handlicher Größe zu Hause zu halten...

Mit aufziehendem schlechteren Wetter begaben wir uns in das Café des Gartens und genossen eine heiße Schokolade, Tee und Sandwiches, bevor wir uns gestärkt im Regen auf dem Weg zurück zum Bahnhof begaben um von dort aus die Suche nach einer Post zu starten. Dank des kostenlosen Internets im Costums House war das Postamt auch ziemlich schnell gefunden. Nach einigen Minuten Fußweg und einer kurzen Rolltreppenfahrt erreichten wir die Briefmarkenverkaufsstelle und gingen nach einem netten Gespräch mit Briefmarken und einem Tipp wieder Richtung Circular Quay zurück. Der Tipp war übrigens die five five five. Die grüne Buslinie, der Free CBD Shuttle Service, fährt kostenlos zwischen Central und Circular Quay. Vorbei an vielen Hochhäusern, Läden und faszinierenden Fassaden (sowie, der Vollständigkeit halber hier auch erwähnt) einem Apple Store mit stilechten Zelten für die bevorstehende Veröffentlichung der neuesten iPhone und iPad Iteration.

Der Busfahrer — an jeglicher Haltestelle sichtlich von den nicht bis ans Ende des Busses rückenden Touristen genervt — warf uns dann auch an der Endstation wirklich aus dem Bus (im Regen wären wir ja gern einfach nur mal im Kreis gefahren...) und wir traten vorzeitig den Heimweg mit dem Zug an. Die S-Bahn (oder Metro, oder wie auch immer man den Zug hier bezeichnen möchte), ist hier als Doppeldecker-Variante ausgeführt und hat »klappbare« Sitze. Mit klappbar meine ich nicht die Sitzfläche, sondern die Lehne — und die klappt auch nicht um, sondern ändert die Sitzrichtung. So kann man sich entscheiden, ob man in Fahrtrichtung sitzen oder lieber seinen Mitmenschen gegenüber sein möchte. Gar keine schlechte Idee. Auf den letzten Metern passierten wir noch einen Design-Lampen-Laden (oh, welch schöne, edle Lampen die darin haben...) und genossen einen Cappuccino, sowie einen Schoko-Brownie in gemütlicher Atmosphäre. 


(geschrieben in Sydney um 19:30 lokaler Zeit)

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