Byron Bay und Sunshine Coast
2015-09-29 11:15:09 • Byron Bay, Sunshine Coast, Brisbane • weltenbummeln
Gestern war endlich kurze-Hosen-Wetter! 

Nun sind wir schon genau eine Woche hier und gestern hatte ich das erste Mal kurze Hosen an. Bei sonnigen 24°C verbrachten wir den Großteil des Tages zwar im Auto, haben aber dennoch viel gesehen:

Dank des Tipps des Campingplatzangestellten machten wir einen Abstecher auf den »waterfall way«. Diese etwas ins Inland führende Route ist nicht nur landschaftlich schön, sondern hat auch idyllische Städtchen mit kolonialer Vergangenheit zu bieten. Entlang der Strecke haben wir eine Tankstelle mit Obstmarkt gefunden, an der man vorwärts reinfahren konnte, allerdings zum herausfahren wieder rückwärts den gleichen Weg zurücklegen musste. Das war eine interessante Kombination.

Wir hatten uns vorgenommen nach Dorrigo zu fahren. Diese Stadt befindet sich auf einem reichlich siebenhundert Meter über dem Meer liegenden Plateau. Die Straße dort hin führt vierzehn Kilometer in Serpentinen den Berg hinauf durch den ersten Regenwald, den ich hier erlebe. Auf dem Plateau angekommen, sind wir zum »Dangar Fall« gefahren. Wir wussten zwar, dass es hier welche gibt (uns sind auf der »winding road« auch einige begegnet), hätten hier oben aber keinen erwartet. Ein faszinierender Anblick. Neben dem Aussichtspunkt gab es wieder ein öffentliches Barbecue und genug Sitzbänke, um unser frisch gekauftes Obst zu verzehren. Danach traten wir die Weiterfahrt nach Ballina an, wo wir unser Nachtlager aufschlagen wollten.

Der heutige Tag begann wieder sehr früh (diese Papageien!) und wir sind von unserem ursprünglichen Plan — innerhalb von acht Tagen nach Brisbane — abgerückt, da es nach Brisbane nur noch eine anderthalbstündige Fahrt war. Als erstes Etappenziel für heute stand »Byron Bay« auf dem Programm. Der östlichste Punkt Australiens (und gleichzeitig der östlichste Punkt, an dem ich bis jetzt war). Auf dem Kap gibt es einen weißen Leuchtturm und die da hinauf führende Straße war ein Klax im Vergleich zur Gebirgsstraße des Vortages! Wir sind etwa Dreiviertel der Strecke mit dem Auto hinaufgefahren und haben den restlichen Weg zum Leuchtturm zu Fuß zurückgelegt. Dafür wurden wir mit einem atemberaubenden Blick hinunter zum Meer belohnt. An den steilen Felshängen brachen sich die Wellen des Pazifik, in dem bei näherer Betrachtung Delfine zu sehen waren, nur unmittelbar von einem weiten weißen Sandstrand entfernt. Als wir den Blick weiter schweifen ließen, haben wir kurz vor dem bereits sichtbar gekrümmten Horizont (die Erde ist keine Scheibe!) auch Wale entdeckt, die mit ihren großen Schwanzflossen und teils dem ganzen Körper die sonnenverwöhnte Wasserfläche durchbrachen.

Wir sind dann weiter Richtung Sunshine Coast unterwegs gewesen und haben noch einen Abstecher nach »Bribie Island« gemacht. Von Brisbane aus führte einst — vor 21 Jahren — die Reiseroute nordwärts, die Insel, welche bequem mit dem Auto zu erreichen ist, lag damals bereits am Weg. Endlich haben wir mal wieder Fish & Chips gegessen und einen Verdauungsspaziergang am Strand gemacht. Später haben wir uns mit neuen Briefmarken für die Reisepost versorgt. Dabei zog am Himmel ein tropisches Gewitter auf. Wir flüchteten mit dem Auto schnell von der Insel und fuhren natürlich genau durch den Sturm. Ein Gewitter, wie ich es in der Heimat noch nie erlebt habe. 

Wir haben den Sturm aber hinter uns gelassen und sind nun auf einem Campingplatz in »Noosa«. Glücklicher Weise haben wir einen der letzten zwei Stellplätze bekommen, bevor die Nacht hereinbrach. Der idyllische Campingplatz, gespickt mit zahllosen Palmen, welche von Papageien bevölkert werden, war unsere letzte Rettung vor dem nächsten heranziehenden Sturm, der gerade über uns fegt. Allerdings ist das Gewitter mittlerweile weitergezogen und bis morgen haben sich die Wolken auch ausgeregnet.

(Geschrieben in Noosa um 19:00 Uhr lokaler Zeit)

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